KUM ist ein Zusammenschluss von Einzelpersonen und Gruppen. Unser Ziel ist es, den Zusammenhang zwischen Kindergesundheit und Umweltbedingungen in der Öffentlichkeit deutlich zu machen und uns auf allen Ebenen, d.h. sowohl in politischer, ökologischer als auch sozialer Hinsicht, für bessere Rahmenbedingungen von Kindern einzusetzen.
Wir benötigen Ihre Unterstützung !!
Werden Sie Mitglied bei KUM und bringen Sie sich mit Rat und Tat ein, es lohnt sich für Ihre Kinder und Sie selbst!!
Warum?
Kinder und Jugendliche sind keine kleinen Erwachsenen. Sie reagieren auf viele Umwelteinflüsse besonders empfindlich und können sich manchen Belastungssituationen schwerer entziehen. Im Verhältnis zu ihrem Körpergewicht und ihrer Körperoberfläche trinken Kinder mehr Wasser, nehmen mehr Nahrung zu sich und atmen intensiver als Erwachsene. Sie nehmen daher verhältnismäßig mehr Schadstoffe auf und können diese in der Regel schlechter abbauen, da ihre Organsysteme noch nicht völlig ausgereift sind.
Kinder und Jugendliche haben andere Bedürfnisse als Erwachsene, die sie aber aufgrund einer sich rapide verändernden Lebensumwelt immer weniger befriedigen können. Ihre Bewegungsfreiheit und die damit zusammenhängende Möglichkeit, sich selbst zu erfahren und zu erproben, ist zunehmend eingeschränkt. Einhergehend mit verändertem Ess- und Freizeitverhalten sind zivilisatorisch bedingte Erkrankungen wie Haltungsschäden, Übergewicht und juveniler Diabetes mehr und mehr im Kommen.
Kinder können ihre Interessen und Bedürfnisse nicht selbst vertreten und sind auf Erwachsene angewiesen, die ihre Belange wahrnehmen und sich dafür öffentlich einsetzen.
Unsere Arbeit in Freiburg
Wir informieren Betroffene und Interessierte über umweltbedingte Gesundheitsprobleme, wie bspw. Pseudo-Krupp, Blei- und Ozonbelastungen, Elektrosmog, etc. und geben Hinweise zur Belastungsverminderung.
Wir machen Öffentlichkeitsarbeit
Wir bieten Vorträge an in Kindergärten, Gruppen und Vereinen
Wir sind Mitglied von:
der Lokalen Agenda 21
Agenda-Projekt "Nächste Generation" : Leise Töne für Kinderohren
Kinderstadt e.V.: Stark und fair
Aktivitäten auf Bundesebene
Wir arbeiten zusammen mit:
IGUMED (interdisziplinäre Gesellschaft für Umweltmedizin)
ökologischer Ärztebund
AKK (Arbeitskreis allergie- und asthmakranke Kinder)
National Coalition zur Umsetzung der Kinderrechtskonvention in Deutschland
Netzwerk Kindergesundheit und Umwelt e.V.
Heal: Health Environment Alliance (Gesundheit und Umwelt Allianz)
Geschichte
K U M seit 1990 und noch länger
Seit Beginn der 80iger bildeten sich überall in Deutschland Eltern-Initiativen im Bereich Kinder, Umwelt und Gesundheit. Eltern hatten festgestellt, dass die Gesundheit ihrer Kinder von Schadstoffen aus der Luft, dem Wasser und der Nahrung zumindest beeinflusst wird.
Die Aktion Muttermilch, ein Menschenrecht e.V. wurde gegründet, weil in der ersten Nahrung der Kinder, der Muttermilch, horrende Werte von PCP, Dioxin und Pestiziden gemessen wurden. Werte, die in der Kuhmilch ein sofortiges Verkaufsverbot nach sich gezogen hätten.
Die Initiative Pseudo-Krupp Eltern für saubere Luft konnte nachweisen, dass Kinder bei Inversionswetterlagen durch die sich unter der Smogdecke ansammelnde schadstoffhaltige Luft epidemieartig unter Atemnotanfällen litten.
Eltern gegen atomare Bedrohung erhielten den Beweis für ihre Forderung auf Abschalten aller Atomkraftwerke, weil sie für alle, besonders für Kinder eine ständige Bedrohung bedeuten, durch das1986 explodierte AKW in Tschernobyl.
Eltern für unbelastete Nahrung EFUN gründete sich nach der Katastrophe von Tschernobyl, als die Nahrung durch den Fall-Out radioaktiv verstrahlt war und die Werte nicht glaubwürdig veröffentlicht wurden. Daraus ergab sich, die Nahrung allgemein auf Schadstoffe zu untersuchen und die Auswirkungen auf die Gesundheit der Kinder zu beobachten.
Die Arbeitsgemeinschaft Allergiekrankes Kind AAK war die Antwort der Eltern auf die zunehmenden allergischen Erkrankungen der Kinder, die nicht nur durch Vererbung erklärbar waren.
Umweltbelastungen , die von Kinderärzten und Politikern negiert wurden, schienen trotzdem einen Einfluss auf die Befindlichkeit und die Gesundheit der Kinder zu zeigen. Eigene Beobachtungen und Informationen zu sammeln und diese an die Eltern weiter zu geben, waren die Gründe, sich zu Initiativen zusammen zu schließen. Daraus ergab sich, Verbündete unter den Medizinern und Toxikologen zu finden, durch die Medien an die Öffentlichkeit zu treten und Politiker vor Ort und bundesweit für die Zusammenhänge von Umweltbelastung und die krankmachende Wirkung auf Kinder zu interessieren und politische Maßnahmen zu ergreifen.
1990 beschlossen diese Gruppen in Freiburg gemeinsam zu arbeiten, weil das Ziel, eine gesunde Zukunft für unsere Kinder zu schaffen, allen gleich war. Um den Kontakt zu jungen Eltern unmittelbar herzustellen, wurden die Mütterzentren, der Kinderschutzbund, Eltern werden-Eltern sein und das Kinderbüro der Stadt Freiburg sowie einige anderen Elterngruppen, die es heute nicht mehr gibt, zum Mitmachen gewonnen. So startete KIND UND UMWELT e.V. 1991 als Netzwerk mit 13 Gruppen ihre Arbeit in Freiburg.
Gleichzeitig gründete sich der Verein KIND UND UMWELT in Berlin und das Netzwerk Kind und Umwelt in Neuss. Zusammen bildete sich der Bundesverband KIND UND UMWELT, KUM, der gemeinsam eine Zeitung KUM Magazin herausgab.
Als Bundesverband wurde KUM Mitglied in der IGUMED (Interdisziplinäre Umweltmedizin), im Ökologischen Ärztebund und dem Aktionsplan Umwelt und Gesundheit (APUG) des Gesundheits- und Umweltministerium. Gemeinsam mit Ärzten, Wissenschaftlern und anderen NGO-Gruppen werden Ideen und Projekte zur Verbesserung der Umweltbedingungen für Kinder erarbeitet.
Als Mitglied im Internationalen Arbeitskreis INCHES (International Network on childrens Health; Invironment and Safety) werden Weichen gestellt für eine Zusammenarbeit aller Staaten zum Thema Kindergesundheit und Umwelt.
Kinderrechte bekannter zu machen und ihre Durchsetzung voran zu treiben ist das Ziel mit anderen Gruppen zusammen in der National Coalition zur Umsetzung der Kinderrechtskonvention.
Inzwischen sind viele Umwelt- und Gesundheitsgruppen aufgelöst, 2003 auch die KUM-Vereine in Berlin und Neuss. KIND UND UMWELT Freiburg ist weiterhin aktiv für eine Gesunde und lebenswerte Zukunft unserer Kinder.
Kontakt
Montags von 11 16 Uhr
Treffpunkt Wilhelmstr. 20
79098 Freiburg
0761 / 76 79 369
email: info@kum-freiburg.de
Texte:
Bewegung macht schlau
Bewegung macht schlau
Kinder sind Heran-Wachsende; die empfindlichen Reifungs- und Entwicklungsprozesse ihres Organismus sind auf Bewegung angewiesen. Das Nervensystem, das Knochen- und Herz-Kreislaufsystem und die Muskulatur reifen zwar nach einem festen genetischen Plan, aber die Vernetzung der 100 Milliarden vorhandenen Gehirnzellen geschieht vor allem im Säuglings- und Kleinkindalter fast ausschließlich durch körperliche Aktivität (Synapsenbildung); zwischen Bewegung und Intelligenz besteht also ein enger Zusammenhang. Aber auch in der Schulzeit und im Erwachsenenalter macht Bewegung intelligenter. Im Gehirn entstehen durch regelmäßige Körperbewegung neue Nervenzellen, wie US-Forscher im Tierversuch nachwiesen. Mäuse mit einem Laufrad im Käfig hatten im Vergleich zu ihren Artgenossen ohne Gehirnjogging doppelt so viele Neuronen im Hippocampus, dort, wo das Faktenlernen organisiert wird.
Dr. Dieter Breithecker zitierte auf einem Familienkongress altbekannte Sprüche: Wer rastet, der rostet, Übung macht den Meister, Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr. Damit wir nicht rosten und damit aus Hänschen ein großer, gesunder und fähiger Hans werden kann, müssen die Heran-Wachsenden sich viel bewegen. Bewegung bedeutet Leben und Leben bedeutet Bewegung. Wer den Alltag stemmen will, braucht Kraft, wer sein Leben auf Trab halten will, muss auch körperlich geschickt und beweglich sein.
All diese Erkenntnisse interessieren Kinder nicht. Sie wollen sich bewegen, rennen, hüpfen, balancieren, schaukeln, klettern, schwimmen ihre Neugier und ihre Spontaneität treibt sie zu immer neuen Erfahrungen. Sich bewegen ist für sie ein Grundbedürfnis.
Sie greifen um zu be-greifen, sie stellen sich schwierigen Situationen, um sie zu meistern. Sie erkunden ihr Umfeld im immer größer werdenden Radius und das am liebsten mit anderen Kindern. Dabei fördern sie unbewusst ihre motorische und psycho-soziale Entwicklung. Sie werden selbstständig und selbstbewusst, knüpfen Kontakte und Freundschaften, erleben Spaß, Freude, aber auch Misserfolge und Enttäuschungen. Herumstreifen und Aktivität vermittelt vielfältige Körper- und Bewegungserfahrungen, steigern die Lernfähigkeit und fördern Aufmerksamkeit, Konzentration und das Erfassen von komplexen Zusammenhängen.
Über die Bewegung erweitern Kinder ihre Wahrnehmungs- und Bewegungsqualitäten, die sie im Alltag in die Lage versetzen, schnell und situationsangepasst zu reagieren, was wichtig ist im sportlichen Spiel, aber vor allem auch in Gefahrenmomenten und im Straßenverkehr.
Kindern viel Platz und Gelegenheit für Spiel und Sport einzuräumen müsste uns daher allen ein elementares Anliegen sein.
Elektrosmog
In den letzten Jahren ist die Furcht gewachsen, Kinder könnten durch elektro-magnetische Felder geschädigt werden. Untersuchungen belegen, dass diese Furcht nicht unbegründet ist.
Zum Glück nimmt die Stärke dieser Felder rasch mit dem Abstand zu ihrer Quelle ab, sodass wir im Wohnbereich Einfluss nehmen können.
Trotzdem ist Vermeiden die beste Strategie.
In einem Haus unter oder neben einer Hochspannungsleitung sollte man möglichst nicht wohnen; je größer der Abstand, desto weniger Auswirkungen auf die Gesundheit sind zu erwarten.
Aber auch in der Wohnung produzieren elektrische Leitungen und Elektrogeräte eine Art Elektro-Smog.
Viele elektrischen Geräte sind nicht unbedingt erforderlich. Die Person, die mit ihnen arbeitet, ist dem Smog unmittelbar ausgesetzt. So bleibe ich nie zu lange beim Kochen vor dem Herd stehen, weil sich dort ein starkes elektromagnetisches Feld aufbaut. Auch Bügeln, Haare Föhnen und Rasierer in unmittelbarer Nähe des Menschen strahlen auf den Körper ein. Bewusstes Umgehen mit diesen Elektrogeräten ist wichtig - Dauer, Häufigkeit oder Umstellung, z.B. auf Nassrasierer.
Elektrosmog reduzieren:
* Im Schlafbereich auf elektrische Fußboden- und Nachtspeicherheizungen sowie auf elektrische Heizdecken und elektrisch beheizte Wasserbetten verzichten.
* Besonders im Schlafzimmer gilt: Abstand von Elektrogeräten halten. Bei Radiowecker und Babyphone sollte es mindestens ein Meter sein. Leistungsstarke Elektrogeräte sollten ganz aus dem Schlafzimmer verbannt werden.
* Bei Geräten, die längere Zeit nicht genutzt werden, Steckerleisten einsetzen.
* Im Schlafzimmer keine Elektrogeräte (Fernseher) im Stand-by-Betrieb laufen lassen.
* Steckdosen, Mehrfachstecker und Verlängerungskabel sollten mindestens 3o cm vom Kopfende des Bettes entfernt sein. Verlängerungskabel am Stecker mit einem Schalter versehen, damit lässt sich das gesamte Kabel strom- und spannungsfrei schalten.
* Halogenlampen brauchen verdrillte Kabel, weil sie sonst beträchtliche Magnetfelder verursachen.
* Auch durch die Wand dringen Magnetfelder, deshalb in die Vorsorge auch die benachbarten Räume einbeziehen.
* Schlafstellen sollten sich nicht in der Nähe von Sicherungskästen und Steigleitungen befinden.
* In der Wohnung keine Materialien verwenden, die zu statischer Aufladung neigen: natürliche Materialien wie Stein, Holz, Kork, Linoleum und Baumwolle verwenden.
* Für ausreichende Luftfeuchtigkeit sorgen, da elektrostatische Felder dann infolge der höheren Leitfähigkeit der Luft rasch wieder abgebaut werden.
*^DECT- Mobiltelefone und Handys bescheren uns Elektrosmog besonderer Art: zum einen schädigen sie die Personen, die sie nutzen durch ihre enorme Strahlung, zum anderen werden immer mehr Sendeanlagen bis in den letzten Winkel unseres Landes errichtet, deren Strahlung alles durchdringt und vor der sich niemand (völlig) schützen kann. Handys gehören nicht in Kinderhände und in Kindernähe sollte nicht mit ihnen telefoniert werden.
Grünpflanzen im Raum
1. Pflanzen schaffen ein besseres Raumklima
2. Pflanzen als Giftschlucker
In der kalten Jahreszeit sinkt durch die Heizung die Luftfeuchtigkeit in den Wohnräumen beträchtlich. Der Hygrometer sollte eine Luftfeuchtigkeit zwischen 50 und 60% anzeigen, trotz regelmäßiger Lüftung fällt die Feuchtigkeit jedoch oft unter 40%. Dies führt zur Austrocknung der Schleimhäute und macht anfällig für Erkältungskrankheiten. Pflanzen helfen, die Luft zu verbessern. Eine 1,50m hohe Papyruspflanze z.B. verdunstet pro Tag etwa 1 -2 Liter Wasser. Ca. 98% des aufgenommenen Wassers gibt sie wieder an die Luft ab, nur 2% verwendet sie für ihren eigenen Bedarf.
Pflanzen sammeln jedoch auch Schadstoffe aus der Luft und entgiften sie.
Kohlendioxid, das wir ständig ausatmen, wandelt sie tagsüber in Sauerstoff um, nachts ist der Prozess umgekehrt - deshalb im Schlafzimmer nicht zu viele Pflanzen aufstellen.
Bei krankmachenden Umweltgiften aus der Wohnumgebung wirken sie als Luftentgifter. Je größer die Grünpflanze (blühende Pflanzen sind weniger geeignet), desto mehr Schadstoffe kann sie herausfiltern.
Am wirkungsvollsten sind Pflanzen mit viel Blattwerk wie der Drachenbaum (Dracaena), der Feigenbaum (Ficus) und Palmen, wie die NASA in ihren Experimenten in der Raumfahrt beobachtete.
Die folgende Tabelle informiert über die erfolgreichsten "Giftfresser", die Prozentzahlen beziehen sich auf die erzielte Abbaurate im Experiment:
Schadstoff Formaldehyd Schadstoff Benzol
Echte Aloe 90% Efeu 90%
Banane 89% Einblatt 80%
Grünlilie 86% Drachenbaum 79%
Drachenbaum 70% Efeutute 73%
Schadstoff Trichlorethylen
Chrysanthemum morifolium 41%
Gerbera jamesoni 35%
Dracaena deremensis 24%
Feigenbaum 11%
Trotz der Umwandlungskraft der Pflanzen gilt in Innenräumen:
regelmäßig lüften
Schadstoffe in Einrichtung und Putzmaterialen vermeiden.
nicht rauchen
Für AllergikerInnen bietet sich die Hydrokultur an, Blumenerde kann leicht allergisierend wirken.
Licht für die dunkle Jahreszeit
Von Elke Grosser
Für Pflanzen, Tiere und Menschen bedeutet Sonnenlicht Leben, instinktiv zieht es alle zum Licht. Doch wie einige Tiere sich in den Winterschlaf zurückziehen, igeln sich oft auch Menschen im Winter in ihre Wohnungen ein. Ihr Schlafbedürfnis wächst, sie werden schlapp und lustlos.
Das Jahr hat 8760 Stunden, in Deutschland schwanken die jährlichen Sonnenstunden und die Dauer des hellen Tageslichts zwischen 1300 und 1900 Stunden. In der überwiegenden Zeit des Jahres, also zwei Drittel der Tageslichtstunden, gelangt mehr oder weniger gestreutes Sonnenlicht auf die Erde.(Quelle: MedAmbiente 3.2000)
Licht und Gesundheit
Licht regt den Stoffwechsel des Menschen an und steuert seine innere Uhr. Das vegetative Nervensystem reagiert auf den Lichtmangel mit depressiven Anflügen, das Immunsystem wird anfälliger. Spaziergänge und Aufenthalte im Freien sind gerade in der dunkleren Jahreszeit besonders wichtig.
Die Menschen holen sich das Licht aus künstlichen Quellen in ihre Innenräume. Meist wird aber den Lichtquellen wenig Aufmerksamkeit geschenkt, die Birne muss lediglich in die Fassung der Lampe passen. Wie beim Sonnenlicht, das sich im Laufe des Tages verändert, kann bewusst verwendete Lichtgestaltung durch eine richtige Lampenwahl jedoch diesen Ablauf nachahmen und dem Körper auch mit Kunstlicht Energie erhalten. Die menschliche Wahrnehmung wird geprägt durch die Stimulation der Sinne. Zu viele Reize sind genau so schädlich wie zu wenige, aber dem Organismus fällt es leichter, chaotische Reize aufzunehmen; monotone Reize von Licht, Tönen, Gerüchen stressen eher. Gleiches Licht in allen Räumen hat deswegen weniger positive Auswirkungen. Verschiedene Wohnbereiche brauchen je nach Bedarf unterschiedliche Lichtsituationen. Der Arbeitsplatz benötigt eine höhere Leuchtdichte als der Entspannungsraum oder die Kuschelecke, der Platz zum Lesen wird gemütlich und hell durch eine Punktbeleuchtung. Natürliches Licht enthält neben dem sichtbaren Spektrum auch unsichtbare ultraviolette und infrarote Anteile. Zur Entspannung sind eher rötliche Glühbirnen geeignet, sie ahmen die Abenddämmerung nach. Für den Arbeitsplatz signalisiert eine weiß-blaue Glühlampe Mittagslicht und macht aktiv.
Um sich gesundheitlich wohl zu fühlen, braucht der Mensch alle Licht-Frequenzen. Dafür wurden Vollspektrum - Leuchten entwickelt, sie ahmen das Sonnenlicht nach und stimulieren so gerade im Winter die Psyche und das Immunsystem und sind für Büro und zu Hause ideal.
Von Birnen und Lampen
Die Auswahl der künstlichen Lichtquelle hat einen großen Einfluss auf die Befindlichkeit und die Gesundheit. Instinktiv ist das allen Menschen bewusst. Bei kaltem grellem Neonlicht, irrtümlich als Leuchtstoffröhren bezeichnet, fühlen sie sich meist nicht wohl und reagieren gereizt - zu Recht, denn dieses Licht lässt die Stresshormone steil ansteigen, dass ständige Flimmern stört die eigene Schwingung der Netzhaut und der Gehirnzellen.
Energiesparlampen sind nichts anderes als Minileuchtstoffröhren. Sie verbrauchen jedoch weniger Strom als Glühbirne oder Halogenlampen und sind in unserer Zeit des immer höher werdenden Energiebedarfs ein Beitrag zum Klimaschutz.
Energiesparlampen haben hohe Anteile im gelb-grünen Bereich und bieten keine vollwertige Lichtversorgung und nur einen eingeschränkten Sehkomfort. Das Auge muss sich beim Sehen mehr anstrengen, der Organismus muss den Ausgleich schaffen. Sie bieten nur einen monotonen Reiz und flackern, obwohl ein Taktgeber vorgeschaltet ist, der die Frequenz so regelt, dass das Flackern vom Auge nicht bewusst wahrgenommen wird. Energiesparlampen wurden entwickelt, um die Energiekosten zu senken und das Klima unserer Erde zu schützen. Mögliche biologische Wirkungen werden meist ausgeklammert. E-Lampen dürfen nicht in Kopfnähe stehen, sondern nur in einem Mindestabstand von 40 -50 cm, denn sie weisen einen deutlich erhöhten Elektrosmog auf. Außerdem sind sie wegen ihres schadstoffhaltigen Inhalts (u.a. Quecksilber) bei der Entsorgung Sondermüll.
Halogenlampen bieten brillantes Licht durch ihre Facettierung, sie verbrauchen weniger Strom als die Glühbirne, aber das Netzgerät braucht fortwährend Energie für seine Stand-by Funktion. Während die Birnchen keine Elektrosmog-Abstrahlung geben, sollte der Niedervolt -Trafo wegen seiner Abstrahlung mindestens eineinhalb Meter vom Kopf entfernt befestigt werden.
Die normale Glühbirne wird als Stromfresser bezeichnet, setzt sie doch die meiste Energie in Wärme um und nur wenige Prozent zum Leuchten. Gesundheitlich jedoch ist sie unbedenklich und sollte gerade für sensible Menschen und Kinder weiter eingesetzt werden.
Wenn man sich vor Augen führt, dass vom gesamten Energieaufwand eines durchschnittlichen Haushalts ca. 2 Prozent in die Beleuchtung geht, sollten die biologischen Wirkungen bei der Wahl der Lichtquellen wichtig sein.
Inzwischen sind von allen drei Birnensorten Vollspektrum -Versionen, die das Sonnenlicht nachempfinden und annähernd das natürliche Tageslichtspektrum wiedergeben, auf dem Markt und sind so trotz ihres höheren Preises in der dunklen Jahreszeit für Augen und Gesundheit die beste Wahl.
Spiel mit dem Licht
Die Auswahl der Lampen und ihre Verteilung in den Räumen haben einen großen Einfluss auf unser Wohlbefinden und die Atmosphäre in einer Wohnung. Das Licht bestimmt, wie Kleidung, Haut und das Essen auf dem Tisch wirken. Licht lässt Räume groß oder klein erscheinen, bestimmt, ob man gut oder schlecht lesen und arbeiten kann. Mit Licht lässt sich spielen und verwandeln. Wenn mitten im Zimmer nur eine Lampe von der Decke hängt, ist es dann so hell wie in einem Wartesaal oder so dunkel wie in einer Gruft. Die Stehlampe ist die wichtigste Lampe zum Wohnen, an den Rändern des Raums verteilt kommt eine behagliche Atmosphäre auf, denn zum Licht gehört auch Schatten, erst dann lebt der Raum.
Schöne neue Nano - Welt?
Nanotechnologie verändert unser Leben
Von Elke Grosser
Nanopartikel eigentlich sind sie ja nichts Neues. Ultrafeine Kohlenstoff-Nanoröhrchen wurden bereits in Damaszenerschwertern gefunden, mit Nanopartikeln aus Blei wurden früher Haare gefärbt und Nanogold wurde im Mittelalter für die rote Farbe in Kirchenfenstern verwendet. Auch heute müssen wir mit den unterschiedlichsten Nanopartikeln auskommen, die aus Quellen stammen, aus denen sie unabsichtlich produziert oder freigesetzt werden, z.B. bei Verbrennungsprozessen oder sie stammen aus natürlichen Quellen.
Doch seit einigen Jahren stürzen sich weltweit Industrie und Forschung auf die winzigen na(n)nos (griechisch: Zwerg) und arbeiten an ausschließlich technisch hergestellten synthetischen Partikeln, um sie für die Industrie nutzbar zu machen. Vielversprechende Herstellungsmöglichkeiten tun sich auf. Nanotechnologie gilt als industrielle und technologische Revolution, weil wir Atome und Moleküle zu neuen Werkstoffen kombinieren können, die es in der Natur nicht gibt, so der Nanofachmann Jonathan Brant von der Universität Houston auf einem internationalen Kongress in Potsdam. Diese neuen Werkstoffe sind unvorstellbar klein; ein Nanometer ist gerade mal der millionste Teil eines Millimeters, eine Größenordnung, die etwa zwischen einem Heißluftballon und der Erdkugel liegt.
Nanotechnik revolutioniert alle Bereiche der Industrie: Elektronik, Textil, Medizin, Haushaltsartikel, Kosmetik, Lebensmittel ... Es ergeben sich erstaunliche Produkte wie selbstreinigende Fensterscheiben, Socken, die alle Gerüche binden und verhindern, dass sich Pilz bildet oder Zahncreme, die den Zahnschmelz durch einen dünnen Film repariert. Schon heute verkaufen Unternehmen Nanotechnik in einigen hundert Produkten wie Sonnencreme, Lacke, Kleber, Putzmittel und in Autokatalysatoren. Große Hoffnungen setzt die Medizin in die neue Technologie. An der Charitè in Berlin forscht Andreas Jordan seit 20 Jahren mit Eisenoxid-Partikeln, die Tumore gezielt bekämpfen sollen. Wie U-Boote werden sie direkt in das krankhafte Gewebe gespritzt und zerstören es ohne die gesunde Umgebung zu schädigen. Positive Erfolge erzielte er bei Gehirntumoren. Eine sanfte Krebstherapie wird hoffnungsvoll bereits gepriesen.
Explosive Dynamik
Die schöne neue Nano-Welt hat jedoch teis unbekannte, teils erschreckende Wirkungen. In den Labors entdeckten die ForscherInnen, dass je winziger die superkleinen Teilchen sind, desto aktiver und unberechenbarer werden sie. Eine explosive Dynamik kann sich entfalten mit der Gefahr, dass sie sich für den menschlichen Körper als giftig erweisen. Die Winzlingspartikel in Dieselruß und Feinstaub belegen dies schon heute. Wir müssen immer damit rechnen, das nächste DDT oder Asbest zu produzieren, warnt Jonathan Brant seine KollegInnen. Die kleinen Teilchen können tief in die Lunge eindringen und möglicherweise Krebs verursachen. Ein Beispiel ist Titandioxid. Als Pigmentpartikel wird es in Form großer Molekülklumpen Wandfarbe, Sonnencremes und sogar Lebensmitteln beigemischt. Der eigentlich harmlose Stoff verwandelt sich in Nanogröße bei Tierversuchen in ein gefährliches, krebserregendes Zellgift. Andere Moleküle töteten in Laborversuchen menschliche Leberzellen und lösten bei Fischen Gehirnstörungen aus. Unsere körpereigenen Fresszellen (Makrophagen) erkennen Partikel unter 100 Nanometern nicht mehr und so können kleinere Fremdkörper ungehindert ins Körpergewebe eindringen und sogar das Erbgut verändern.
Risikoforschung vor Produkteinführung
Die EU hat mehr als 450 Milliarden Euro für Forschungsprojekte zur Nanotechnologie eingesetzt, aber nur knapp fünf Millionen Euro zur Erforschung der Risiken, erklärte Professor Harald Krug vom Forschungszentrum Karlsruhe.
Nicht wie bei der Atomenergie oder der Gentechnik, wo die Risiken erst nach und nach erkennbar wurden und werden, sollten bei der Nanotechnologie die unerwünschten und gesundheitsgefährdenden Eigenschaften vorher geklärt werden.
Das forderten auch die 16 Personen, die vom Bundesministerium für Risikobewertung (BfR) 2006 zu einer Verbraucherkonferenz zu Nanotechnologie eingeladen wurden. Ihre zentralen Forderungen lauteten:
Eine verständliche Kennzeichnung der Produkte
Klare Definitionen, Begrifflichkeiten und Standards
Mehr Forschung zu den bereits bekannten und potentiellen Risiken, bevor die Nanotechnologie verstärkt in verbrauchernahen Produkten eingesetzt wird.
Immer, wenn viel Geld zu verdienen ist, leidet die Transparenz, warnt Brant. Wie in Großbritannien braucht Deutschland eine Nano-Jury, in der WissenschaftlerInnen und BürgerInnen die neue Technologie kritisch begleiten.
Lesetipp:
Swiss Re (großer Schweizer Rückversicherer)
Nanotechnologie: Kleine Teile große Zukunft?, 2004
www.swissre.com
Tipps zur Orientierung in der neuen Nano-Produkt-Welt
Vielleicht ist das Thema Nanotechnologie und was es für Sie (und Ihre Kinder) im Alltag bedeuten kann, noch ganz neu.
Deshalb und da es in nächster Zeit in keiner einzigen Produktbranche (Lebensmittel, Körperpflegemittel, Säuglingsprodukte, Spielzeug, Bekleidung, Haushaltsgeräte etc.) irgendeine Kennzeichnungspflicht geben wird, weder für in- noch für ausländische Produkte möchten wir Ihnen ein paar Tipps und Orientierungshilfen, v.a. für Ihren Einkauf, geben.
Die technische Herstellung von Nanopartikeln ist eine grundlegend neue Entwicklung, die in den unterschiedlichsten Produktbranchen im Gange ist. Strukturen und maßgeschneiderte Teilchen von wenigen Millionstel Millimetern werden gezielt erzeugt und weisen, im Vergleich zu den größeren Partikeln der Ausgangsstoffe, völlig andere Eigenschaften auf. Die erwünschten Eigenschaften sind aus dem Vermarktungsinteresse heraus von der Industrie gut erforscht, mögliche Gefahren für Gesundheit und Umwelt, die von diesen neuen Substanzen ausgehen (können), jedoch kaum. Toxikologische, geschweige denn Langzeitstudien fehlen weitgehend. Auch das Verhalten in Kläranlagen ist ungeklärt. Nicht zu vergessen sind die gesundheitlichen Auswirkungen auf die ArbeiterInnen während der Herstellung. Schon 2003 wurde deshalb von unabhängigen WissenschaftlerInnen in Kanada erstmals ein Moratorium für die Nano-Produkt-Entwicklung gefordert (Vorsorgeprinzip).
Studien an der Rice University (USA) zufolge können sich Nanopartikel über die Nahrungskette (Wasserkreislauf, Nahrungs- und Futterpflanzen u.s.w.) in Lebewesen anreichern. Aktuelle Versuchsergebnisse belegen erneut, dass metallische Nano-Partikel (z.B. Gold, Iridium) über die Blutgefäße bis in Organe (z.B. die Leber), die Plazenta und, nach Überwindung der Blut-Hirn-Schranke, sogar bis ins Gehirn vordringen können. Die Nanopartikel-Aufnahme in den Körper ist nachweislich über vier Wege möglich: die Lunge, die Nase(nschleimhaut), den Magen-Darm-Trakt und über verletzte Haut. Mögliche Quellen für Nanopartikel im Verdauungstrakt sind nicht nur das Trinkwasser und Nahrungsmittelzusätze, sondern auch Stäube, die sich aus der Atmosphäre auf Lebensmitteln absetzen oder Zahnpastaspuren (Swiss Re, 2004).
Bei den meisten für Kinder relevanten Produkten auf der von uns zusammengestellten (nicht vollständigen) Liste kommen Silber-Nanopartikel zum Einsatz (z.T. auch als Silberionen beworben, obwohl diese Bezeichnung nicht immer gleichzusetzen ist mit dem Einsatz von Nanotechnologie! Gleichzeitig sind auch die gesundheitlichen und ökologischen Wirkungen der Silberionen selbst, die noch kleiner sind als Nano-Silber-Partikel, nicht ausreichend erforscht). Von diesem antimikrobiell wirkenden Nano-Silber wird weltweit bereits relativ viel produziert, während es gleichzeitig noch weniger erforscht ist als andere Nanopartikel. Seit kurzem müssen in den USA Produkte, die Nano-Silber-Partikel enthalten und mit einer keimtötenden Wirkung werben, vom Hersteller auf ihre (Un)bedenklichkeit für die Umwelt untersucht werden.
Säuglingsprodukte mit Nano-Silber
Feucht(-Pflege-)Tücher (Korea)
Baby-Milchflasche (Korea)
Baby-Milchflaschen-Bürste (Korea)
Schnabeltasse (Korea)
Schnuller (Taiwan)
Nach unserem Kenntnisstand werden derzeit keine Baby-Windeln mit Nano-Partikeln auf dem deutschen Markt angeboten.
Spielzeug
Plüschtiere (China)
Bevorzugen Sie für (Klein-)Kinder farbloses Spielzeug, z.B. naturbelassene Holzbauklötze, um evtl. mit Nano-Partikeln überzogene (farbige) Oberflächen zu meiden.
Bekleidung
Achten Sie bei UV-Schutz-Bekleidung auf Produkte ohne Einsatz von Nano-Technologie (Titandioxid). Gerne nennen wir Ihnen entsprechende Hersteller, wie z.B. die Firma de Vries (Sun Suits) oder die schweizer Firma Switcher, die auch in Freiburg vertreten ist.
Das international tätige Hohenstein-Institut vergibt ein Siegel und führt dafür eine für Hersteller freiwillige (!) Zertifizierung für Nano-Textil-Produkte durch, die auch eine RELATIV weitgehende gesundheitsbezogene Untersuchung miteinschließt (geht über die reine Hautverträglichkeitsprüfung hinaus), also besser als nix!
ABER ACHTUNG: für das ebenfalls vom Hohenstein-Institut vergebene Siegel Öko-Tex Standard 100 ist der Einsatz von Nano-Technologie KEIN Kriterium!
Haushaltsgeräte mit Nano-Silber
Waschmaschinen (angegebener Sitz des Herstellers: Deutschland, Korea)
Kühlschränke (angegebener Sitz des Herstellers: Deutschland, Korea, China)
Sonstiges
Wundpflaster (USA)
Stellen Sie über Ihre Zahnarztpraxis sicher, dass keine Zahnfüllungen mit Nanopartikeln zum Einsatz kommen (es ist bereits seit längerem bekannt, dass aus Amalgamfüllungen mit der Zeit geringe Mengen Quecksilber in den Körper gelangen dies könnte auch für Nanopartikel der Fall sein).
Recherche Stand September 07
Barbara Wimmel, Freie Umweltberaterin B.Sc.,
Nestbau
Ein Zimmer für das Baby
Von Elke Grosser
Baby ist es eigentlich egal, wie sein Zimmer aussieht. Ein gemütlicher Schlafplatz und die Nähe und liebevolle Fürsorge der Eltern genügen ihm voll und ganz.
Aber schon in den ersten Monaten der Schwangerschaft überkommt die werdenden Eltern ein regelrechter Nestbautrieb. Acht von zehn Eltern, so eine englische Studie, beginnen bereits vor dem sechsten Schwangerschaftsmonat mit dem Einkauf von Babyartikeln, Kinderwagen, Autositz, Kleidung, Spielsachen, Geschirr und sie geben dafür ca. 2400,- Euro aus. Ungefähr zwei Monate vor der Geburt wird dann Babys Zimmer eingerichtet: die Wände gestrichen, der Fußboden neu verlegt und Kindermöbel gekauft. Bei dem Wunsch, dem neuen Erdenbürger eine angenehme freundliche Atmosphäre zu schaffen, übersehen die werdenden Eltern, dass viele der neuen Materialien oft, zumindest in der Anfangszeit, schädliche Substanzen ausgasen, die die Entwicklung des Kindes im Mutterleib beeinträchtigen können. Während der ganzen Schwangerschaft öffnen sich sogenannte Entwicklungsfenster bei der Bildung der Organe, die besonders anfällig sind für giftige Stoffe von außen. In dieser Zeit der speziellen Verwundbarkeit können Schäden auftreten - ein Grund, um auf eine Renovierung zu verzichten. Auch für die Empfindlichkeit des Babys in den ersten Monaten sind neue Einrichtungen mit Vorsicht anzuschaffen. In Marburg litten vor einigen Jahren Säuglinge und Kleinkinder an gehäuften Atemwegserkrankungen und extremen Schlafstörungen. Die jungen Eltern hatten alle einen Wollteppichboden mit hohen PCP-Werten verlegt.
Sparsam und gesund
Säuglinge und Kleinkinder brauchen nicht viel, um glücklich zu sein. Wärme und Geborgenheit, einen Platz zum Schlafen, krabbeln und Spielen ein sparsam eingerichtetes Kinderzimmer wirkt ruhig, schont den Geldbeutel und lässt viel Raum für neue Bedürfnisse und Ideen.
Das Baby verbringt viel Zeit in seinem Bettchen, deshalb sind eine gute Matratze und ein gesundes Raumklima immens wichtig. Ein mitwachsendes Kinderbett aus natürlichen Hölzern, die Matratze sollte auf Handdruck ein wenig nachgeben, die Zudecke leicht oder ein Babyschlafsack sein, statt des Kopfkissens eine Mullwindel, so kann es ruhig schlafen. Wenn alle Materialien ökologisch einwandfrei sind, schläft es auch gesund.
Natürliche Materialien sollten auch für die Möbel bevorzugt werden. Die Wickelkommode verwandelt sich später in ein Regal oder Schränkchen, wichtig ist die der Körpergröße angepasste Höhe, damit der Erwachsene sich keine Rückenprobleme einhandelt. Die Wickeltischauflage muss nicht aus Plastik sein besser ist eine mit Baumwolle bezogene Wollmatte, die zum spielen dann weitergenutzt wird. Stoffe für Gardinen und Vorhänge aus Baumwolle geben ein besseres Raumklima als solche aus Synthetik, die sich statisch aufladen und den Staub anziehen. Babyfläschchen und Geschirr sollten aus Glas oder Porzellan sein aus den Plastikfläschchen löst sich für die Gehirnentwicklung schädliches
Bisphenol A. Aus naturbelassener Baumwolle sollte auch die Bettwäsche und Babykleidung sein, denn herkömmliche Textilien sind mit vielen Chemikalien behandelt und deshalb mit Schadstoffen belastet.
Sicherheit von Anfang an
Babys und Kleinkinder entdecken ihre Welt vom Fußboden aus und von der Hand in den Mund. Alles, was es erreichen kann, sollte frei von schädigenden Stoffen sein und eine Verletzungsgefahr ausschließen: runde Ecken, keine kleinen oder scharfen Gegenstände, ungiftige Farben und Lacke bei Möbeln und Spielzeug und keine Babyspielsachen mit Weichmachern oder aus PVC. Bei Fragen der Sicherheit gibt das Verkaufspersonal meist fundierte Antworten, wenn es um Schadstoffe geht, ist es meist überfordert. Eltern und Familienmitglieder sollten sich am besten gleich an HändlerInnen wenden, die ökologisch einwandfreie Waren verkaufen. Außerdem ist der Blaue Engel bei verschiedenen Warensortimenten eine gute Orientierungshilfe beim Kauf.
Die Angst davor, das Baby nicht zu hören, wenn es in einem anderen Zimmer liegt, verführt Eltern dazu, ein Babyphone anzuschaffen. Ökotest hat eine zu hohe Elektosmog-Strahlung bei allen festgestellt. Eltern haben feine Antennen, sie spüren auch durch Zimmerwände hindurch, wenn ihrem Kind etwas fehlt.
Info:
Die Johanniter:
Die optimale Schlafumgebung für ihr Baby
Ratgeber für Eltern und alle, die es werden wollen
Kind und Umwelt e.V., Freiburg
Ozon
Ozon - nur kurz kann man es riechen, sehen und schmecken jedoch nicht. Viele von uns haben sich daran gewöhnt.
Oder? Im Liegestuhl faulenzen, da beginnen die Augen zu brennen und tränen. Beim Spaziergang kommt man bei einer kleinen Steigung aus der Puste. Beim morgendlichen Joggen fehlt die Kondition. Der Hals ist trocken, und ab und an tritt plötzlich Hustenreiz auf.
Was bei Ozon mit unserer Gesundheit geschieht, erklärt Dr. Jürgen Bilger, praktizierender Kinderarzt und Umweltmediziner:
Ozon schädigt Schleimhäute, Bronchien, kleine Bronchien und Lungenbläschen. Gerade bei körperlicher Anstrengung sorgen die tiefen Atemzüge dafür, dass das Reizgas bis hinunter zu den Lungenbläschenzellen wirkt, vor allem, wenn man durch den Mund atmet. Bei Ozonbelastung sind Veränderungen der Lungenfunktion festzustellen. Bereits bei Konzentrationen um 90 Mikrogramm pro Kubikmeter bekommen empfindliche Kinder und Jugendliche deutlich weniger Luft. Studien zeigen auch, dass durch Ozonbelastung Entzündungen der oberen Luftwege, Lungenentzündungen und Pseudokrupp-Anfälle zunehmen. Allergisches Asthma wird begünstigt. Die Lunge altert vorzeitig, denn jedes Ozonmolekül besitzt ein freies Sauerstoffatom, das auf aggressive Weise versucht, chemische Verbindungen einzugehen. Es oxidiert an der schützenden Schleimschicht der Atemwege und durchlöchert sie so. Danach kann es direkt das Lungengewebe angreifen.
Folge der Reizgasattacke sind Schwellungen, Sekretstörungen und Verkrampfungen im jeweiligen Lungenbereich.
Kinder sind gefährdeter als Erwachsene, sie reagieren stärker auf Ozon, weil sie häufiger atmen als Erwachsene, weil sie kürzere Atemwege haben und, vereinfacht gesagt, einen empfindlicheren Stoffwechsel. Außerdem bewegen sie sich länger und intensiver im Freien.
Kinder sind bei hohen Ozonwerten innerhalb des Hauses besser geschützt.
In der Wohnung ist die Belastung nur halb so hoch wie draußen. Die Empfehlung an die Eltern, ihre Kinder bei Ozonalarm nicht aus dem Haus zu lassen, ist medizinisch richtig, aber politisch ein Skandal. Außerdem eine Zumutung für die Kinder, die bei schönem Wetter natürlich draußen spielen wollen.
KUM Ozon-Messungen
Mit einer Gasspürpumpe besuchten wir eine Kindertagesstätte und machten einen Spaziergang über den Schloßberg.
Im Garten der Kindertagesstätte wurden in der prallen Sonne
240 ug/m3 Ozon gemessen, im Innenflur ohne Fenster der Kita waren es nur noch 60 ug/m3. Im ersten Gruppenraum mit gekippten Fenstern zeigte das Messgerät 100 ug/m3 und auch im nächsten Raum mit offener Terrassentür war der Wert nicht höher. Im Atrium (drei Seiten Mauer mit Betondecke, Öffnung zum Garten hin) in dem die Kinder malten, zeigte sich eine geringere Belastung von 120 ug/m3.
Im Garten war der Sandkasten mit einem Sonnensegel überspannt, es wurden 200 ug/m3 gemessen, ein offenes Holzhäuschen brachte 180 ug/m3. In einem aufgestellten Iglu-Zelt betrug der Ozonwert nur noch 80 ug/m3. Zelte schützen also wie Innenräume. Einige Kinder saßen im Schatten eines großen Baumes, der Ozonwert war so hoch wie in der prallen Sonne: 240 ug/m3. Wolken zogen auf, der Ozonwert verringerte sich nach kurzer Zeit.
Der Spaziergang durch den Stadtwald zeigte keine geringere Ozonbelastung.
An heißen sonnigen Tagen während Schönwetterperioden steigen die Ozonwerte von Tag zu Tag, bei Wind, Wolken und Regen verringern sie sich jedoch sofort.
Offizielle Messwerte sind geringer als die vor Ort ermittelten Werte mit der Gasspürpumpe, weil sie einem Verrechnungs- und Mittlungs-Prozess unterworfen sind. Genau wie die offiziellen Grenzwerte können Ozonmesswerte nur eine Orientierung geben (in der Freiburger Innenstadt z.B. an Anzeigetafeln am Stadttheater und am Hauptbahnhof abzulesen). Jeder Mensch reagiert unterschiedlich auf Ozonbelastungen und sollte sich selbst einschätzen lernen. Kleine Kinder spüren die Beeinträchtigungen oft sehr schnell, sie ziehen sich bei Ozon von selbst in die Räume zurück.
Bei heißem Sonnenwetter sollten wir es unseren südlichen Nachbarn gleichtun: morgens belastende Arbeit, mittags eine ausgiebige Siesta. Während der heißen Tageszeit jedoch in jedem Fall Anstrengungen vermeiden, die dazu zwingen, mit offenem Mund viel Luft einzuatmen.
Surfen kabellos im Klassenzimmer
WLAN erobert Universitäten und Schulen
Von Elke Grosser
Auf einmal stehen in der Stadt WLAN-Säulen, die zum kostenlosen Surfen und Mailen einladen. Handys in jedermanns Taschen verdrängten vieleTelefonzellen, öffentliche Hotspots nehmen ihren Platz ein. WLAN (Wireless Local Area Network) hat sich heimlich, still und leise in unser Leben geschlichen, und bevor wir genau wissen, was das bedeutet, erobert diese neue Technologie Bahnhöfe, Flughäfen, Hotels, Universitäten und ganz forciert auch die Schulen unserer Kinder. In Hessen wurden unter dem Motto Medienkompetenz erwerben und neue Lernkultur rund 100 Schulen mit Laptops ausgestattet, gleichzeitig mit der Einrichtung der Schülerarbeitsplätze wurde fast unbemerkt eine neue Technologie eingeführt.
Ins Internet ohne Steckdose
Die WLAN -Technologie ermöglicht den Zugang zum Internet in Computer und Laptop und die Kommunikation untereinander ohne Steckdose. Diese drahtlosen Funknetzwerke bestehen aus mobilen Endgeräten (PC, Laptop), die mit einer Netzwerkkarte ausgerüstet sind, und einem so genannten Access-Point, über den der Anschluss an das Netzwerk erfolgt. Für Schulen eine einfache und kostensparende Sache, es müssen keine Kabel verlegt werden und die Endgeräte sind an keinen festen Standort gebunden. Für einen guten Empfang dürfen die Access-Points nicht zu weit entfernt sein. So werden sie in der Schule oder sogar im Klassenzimmer installiert. Die praktische Ausrüstungsmöglichkeit verführt viele Städte und Gemeinden dazu, ihre Bildungseinrichtungen mit Computern für ein effektiveres und moderneres Lernen zu bestücken. In Düsseldorf startete ein weitgehend flächendeckendes WLAN und im ersten Schritt werden 50 Schulen mit Hotspots ausgerüstet und durch die Aktion Schulen ans Netz werden weitere folgen. Ziel ist WLAN für jedermann. Die Begeisterung von Regierenden und Schulträgern scheint groß, doch in den USA wehren sich Eltern bereits gegen WLAN im Klassenzimmer. Sie klagen gegen die Schulbehörde, die nach Meinung der Eltern schwerwiegende Beweise ignoriert hat, dass hochfrequente elektromagnetische Strahlung nachweisbare und schwerwiegende Gesundheitsrisiken verursacht, besonders bei heranwachsenden Kindern.
Kinder als Versuchsobjekte?
Es gibt niemanden, der kompakt allgemein verständlich und übersichtlich die verschiedenen Aspekte von WLAN beleuchtet, stellt Kathrin Graulich vom Öko-Institut fest. ÖkoTest verglich im November 2002 die Strahlenbelastung von Mobilfunkantennen und WLAN-Hotspots. Die Belastung durch die Antennen, DECT-Telefone und Handys erwiesen sich zwar als deutlich höher, aber WLAN strahlt an ungünstigen Standorten immer noch zu hoch. Ein ungünstiger Ort ist ganz sicher der Arbeitsplatz am Laptop, denn durch die Funkkarte ist er gleichzeitig Sender und Empfänger und die Strahlung ist im Abstand von einem Meter immens. Alle Strahlung befindet sich unterhalb der Grenzwerte, beruhigen Anbieter und Behörden. Doch die 1996 festgelegten Grenzwerte berücksichtigen nur die abstrahlende Temperaturauswirkung, nicht die riskante gepulste elektromagnetische Strahlung und deren gesundheitliche Auswirkungen. Gerade Kinder und Jugendliche sind ihr oft stundenlang ausgesetzt und wegen ihres sich noch entwickelnden Nervensystems und einer um etwa 60 Prozent höheren Aufnahmefähigkeit für energetische Strahlung sind sie weit verwundbarer als Erwachsene (GB-Regierungs-Studie 2000).
Beschwerden wie Kopfschmerzen, Konzentrationsstörungen, Bluthochdruck und negative Auswirkungen auf Gehirnfunktionen - Gehirnströme, Reaktionsvermögen und Durchlässigkeit der Blut-Hirn-Schranke - wurden festgestellt. Die unkritisch betriebene Medienausstattung der Schulen grenzt schon fast an Körperverletzung, urteilt die Gruppe Österreichischer Mediziner OMEGA, und bemerkt erschreckt, dass diese neue Technologie bereits an Grundschulen erprobt wird. Kinder würden dabei zu Versuchsobjekten. Auch in Freiburg hat WLAN an mehreren Grundschulen Einzug gehalten. Die Karoline-Kasper-Schule z.B. ist mit drei WLAN-Laptops Modellschule geworden. Ein gutes Modell wäre es erst dann, wenn die Arbeitsplätze auf hochfrequente elektromagnetische Strahlenbelastung überprüft würden, denn Schutz und Vorsorge gegen gesundheitliche Beeinträchtigungen sollte wichtiger sein als das etwas bequemere Hantieren mit kabellosen Geräten (OMEGA).
Info:
Wolfgang Maes
Stress durch Strom und Strahlung
Verlag Institut für Baubiologie Neubeuren
Schulversagen durch Mobilfunk-Strahlung
www.gew-hessen.de
Teufel oder Engel - oder einfach Kind
Kontroverse Betrachtung zu kindlichen Verhaltensauffälligkeiten
Von Elke Grosser
Kinder müssen schon ein stabiles Selbstwertgefühl haben, um zu überleben, wenn alle Personen rundherum es für krank, gestört, psychotisch, unnormal oder einfach schrecklich halten, obwohl sie eigentlich nur alles anfassen, ihre Umgebung erkunden oder viel wissen und erzählen wollen. Ihr Umfeld empfindet sie als nervtötend, zerstörerisch und aggressiv, alle Vorhaltungen und Ermahnungen scheinen in den Wind gesprochen und in Kindergarten und Schule stören sie den geregelten Gang. Es stimmt schon, dass sie sich schlecht konzentrieren können, Schwierigkeiten haben mit ihrer Motorik und deswegen weniger lernen und bald als zurückgeblieben gelten. Wenn Eltern dann von allen Seiten gesagt bekommen, dass mit ihrem Kind etwas nicht stimmt und sie selbst auch immer öfter mit ihren Erziehungsversuchen scheitern, scheint ihnen als einziger Ausweg der Gang zum Arzt zu bleiben. Meist heißt dann die Diagnose ADHS (AufmerksamkeitsDefizit- HyperaktivitätsSyndrom) und verschrieben werden Psychopharmaka: Ritalin oder ein anderes Methylphenidat.
Wo kommen plötzlich all die gestörten Kinder her?
Nicht die Kinder sind gestört, sondern die Gesellschaft, stimmt der Pädagogikprofessor Reinhard Voss von der Universität Koblenz seinen Kollegen aus den USA zu. Dort wurden 1987 ADS und ADHS als neue Krankheitsbilder kreiert und der Staat unterstützte einkommensschwache Familien mit AD(H)S-diagnostizierten Kindern mit 400,00 Dollar monatlich. Schon 1997 wurde bei 4,5 Millionen Kindern ADS (Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom) diagnostiziert, heute werden schätzungsweise 7 8 Millionen Kindern Ritalin und ähnliche Medikamente verschrieben. In Deutschland eskaliert der Tablettenboom ebenfalls: waren es 1995 noch 800.000 verschriebene Tabletten, so sind es 1999 bereits 30 Millionen und jährlich verdoppelt sich der Verbrauch. Für die Pharmaindustrie ein Glücksfall. ADHS, eine treue Begleiterin ein ganzes Leben lang, freut sich der Ritalin-Hersteller Novartis und veröffentlichte gleich ein Bilderbuch für die Kleinen. Kindern unter sechs Jahren sollten jedoch Methylphenidate nicht verabreicht werden, warnen Ärzte und WissenschaftlerInnen. Bis heute ist nicht bekannt, wie dieses Medikament im sich noch entwickelnden Gehirn von Kindern tatsächlich wirkt. Außerdem gehört es zur Gruppe der Amphetamine, die in Deutschland unter das Betäubungsmittelgesetz fallen. Zahlreiche Nebenwirkungen sind individuell verschieden, doch eins ist unumstritten: Methylphenidat hinterlässt im Gehirn dauerhafte Spuren, deren Wirkung in späteren Jahren nicht erforscht und nur langsam bekannt wird. Genau so wenig ist der Wissenschaft bekannt, was das auffällige Verhalten der Kinder auslöst.
Angeborener Defekt, Umwelt-und Ernährung oder Erziehung?
Etliche WissenschaftlerInnen gehen davon aus, dass ADHS vererbt wird und dass ein Mangel des Botenstoffs Dopamin im Gehirn der Auslöser der Beschwerden und Verhaltensauffälligkeiten ist. Zur Normalisierung der Gehirnfunktion und der Hyperaktivität erhalten Kinder dann Methylphenidat und wirklich reagieren viele Kinder mit einer besseren Konzentration, ruhigerem Verhalten und kontinuierlicherem Arbeiten. Eltern und LehrerInnen atmen auf, denn das Kind wird ansprechbar und zugänglich. Das Medikament wirkt aber nur, wenn es regelmäßig mehrmals am Tag genommen wird. Bei einem Viertel aller Kinder, denen das Medikament verordnet wurde, wirkt es jedoch nicht zufriedenstellend. Befürchtungen wegen der Nebenwirkungen, der Spätfolgen und der Unsicherheiten bei der Diagnosestellung lassen immer mehr Eltern nach anderen Mitteln und Möglichkeiten suchen, ihrem Kind und sich selbst zu helfen. Mit alternativer Medizin oder Nahrungsergänzungsmitteln wurden bereits gute Erfahrungen gemacht.
Gerade Ernährung und Umweltgifte haben einen direkten Einfluss auf das Verhalten und den Charakter. Die heutige Nahrung besitzt weit weniger Vitalstoffe als in der Vergangenheit. Wegen gestiegener Umweltbelastung und immer stärker werdendem Stress ist der Bedarf an diesen Stoffen jedoch gewachsen. Das Organ, das am schnellsten unter chronischer Fehlernährung und Vitalstoffdefiziten leidet, ist das Gehirn. Die Mikrostoffe wie Aminosäuren, Mineralien, Fettsäuren unterstützen die Verstoffwechselung im Gehirn, fehlt nur ein einziger dieser wichtigen Stoffe, kann das schwerwiegende Konsequenzen für den Neurotransmitterhaushalt und die Versorgungslage im Gehirn bedeuten.
Schwermetallbelastungen durch Blei, Cadmium, Quecksilber gibt die Mutter während der Schwangerschaft und Stillzeit zu 60 Prozent an ihr Kind weiter. Schwermetalle sind dafür bekannt, dass sie zu Lernstörungen und Hyperaktivität führen.
Auffällig ist auch, dass seit der Ausweitung des Mobilfunks die Zahl der hyperaktiven Kinder fast parallel dazu ansteigt.
Die Ursachen sind anscheinend vielfältig, oder gibt es eine ganz andere Erklärung?
Sind AD(H)S-Kinder nur anders?
Eine positive Sichtweise auf unangepasste Kinder hat der amerikanische Therapeut Jeffrey Freed. Er geht davon aus, dass die als gestört angesehenen Kinder unsere Welt nur anders wahrnehmen und anders lernen. Die Hemisphärendominanz liegt bei ihnen auf der rechten Gehirnhälfte, das bedeutet, dass sie Probleme auf kreative, intuitive und ganzheitliche Weise lösen, während Beachtung der Details und Organisation nicht ihre Stärke ist. Unsere Gesellschaft ist für linkshemisphärische Personen geschaffen, die zuhören und wenig aktiv sein müssen. Sie lieben es zu sprechen und Dinge niederzuschreiben und lernen leichter Regeln. AD(H)S Kinder hören, sehen und fühlen intensiver, sie sind kreativ und intelligent. Trotzdem sind ihre Schulleistungen schlechter, denn Lehrer sind meist selbst linkshemisphärisch mit teilorientierter, akustischer Informationsverarbeitung. Freed hat mit seiner Behandlung von schwierigen Kindern seit Jahren Erfolg und erklärt, dass diese Kinder keine Medikamente brauchten, sondern eine andere Lehrmethode.
Auch der Neurologe Gerald Hüther unterstreicht die besonderen Bedürfnisse der Kinder, die bereits als Neugeborene wacher, aufgeweckter, neugieriger und leichter erregbar sind als andere und weist auf die hohe Verantwortung der Bezugspersonen hin. Er fordert eine notwendige Veränderung der gesellschaftlichen Verhältnisse, unter denen die Kinder heute aufwachsen. Überall dort, wo Erwachsene die Anhäufung materieller Güter, das eigene Wohlbefinden und die individuelle Bedürfnisbefriedigung zur zentralen Richtschnur der Lebensgestaltung machen, kann sich irgendwann nur noch das entfalten, was durch Konkurrenz und Erfolgsdruck hervorgebracht wird. Alles andere verkümmert. Auch Kinder verkümmern. (aus Hüther, Neues vom Zappelphilipp, Düsseldorf/Zürich 2002)
Bezeichnungen wie gestört, trotzig oder behindert führen bei vielen Kindern zu einer Entwicklung, die diese Diagnose zu bestätigen scheint. Wenn der Fokus auf die positiven Eigenschaften gerichtet wird, entdeckt man, dass diese Kinder charmant, fröhlich, hilfsbereit, sensibel und überaus kreativ sind. So manche Verhaltensstörung ist ein verzweifeltes Auf-Sich-Aufmerksam-Machen. Kinder brauchen Liebe und verlässliche Strukturen, einen Erwachsenen, der/die ihm geduldig zuhört, mit ihr/ihm spielt, redet oder schweigt und einen Raum, in dem Vertrauen wachsen kann.
Zum Weiterlesen:
Jeffrey Freed, Laurie Parsons:
Zappelphilipp und Störenfrieda lernen anders
Beltz Verlag Taschenbuch
Henning Köhler:
War Michel von Lönneberga verhaltensgestört?
Verlag Freies Geistesleben
Impressum : Kind und Umwelt e.V.
Elke Grossen, Barbara Wimmel und Christa Gronbach